Die um 1175 geborene Ingeborg (Ingeburg), eine dänische Prinzessin, wurde 1193 zur Festigung des Bündnisses zwischen Frankreich und Dänemark mit Philipp II. August, König von Frankreich (1180–1223), verheiratet. Dieser verstieß sie jedoch gleich nach der Hochzeitsnacht und zwang sie in Kerkerhaft, als sie ihre Zustimmung zur Scheidung verweigerte. Nachdem von französischen Prälaten die Ehe aufgrund angeblicher zu naher Verwandtschaft von Ingeborg mit der verstorbenen ersten Frau des Königs, Isabella von Hennegau, geschieden worden war, heiratete Philipp 1196 die deutsche Adlige Agnes Marie von Andechs-Meran. Da allerdings Papst Innozenz III., an den sich Ingeborg gewandt hatte, die Scheidung nicht bestätigte, lebte der französische König somit in Bigamie. Der Papst verhängte daraufhin 1200 das Interdikt (Verbot kirchlicher Amtshandlungen) über Frankreich. Philipp wurde so zur Trennung von Agnes genötigt, musste Ingeborg schließlich frei lassen und sie als rechtmäßige Königin von Frankreich anerkennen. Eine Scheidung war nicht möglich, da Ingeborg den Vollzug der Ehe bestätigt hatte; jedoch lebten die Eheleute bis zu Philipps Tod im Jahre 1223 getrennt. Ingeborg, die sowohl den Sohn von Isabella (Ludwig) als auch die beiden Kinder von Agnes und Philipp (Philipp und Marie) nach dem frühen Tod von Agnes (sie starb nach der Geburt ihres dritten Kindes im Jahre 1201) erzogen hat, starb am 30. Juli 1237 in Corbeil (Nordfrankreich), wo sie in der Abtei Saint-Jean-sur-l’Isle bestattet wurde. Sie wird verehrt für ihre Duldsamkeit, die ihr der unerschütterliche Glauben an die Unauflöslichkeit des Heiligen Sakraments der Ehe abverlangte. Berühmt ist der Ingeborg-Psalter, ein für die Königin kunstvoll gefertigtes Manuskript, das als Meisterwerk der frühgotischen Buchmalerei gilt.
Darstellung: in fürstlichen Gewändern mit königlichen Insignien
Attribut: Krone

Quelle: Herder-Verlag
