Patronat: der Seeleute und Bauern; wird gegen Ernteschäden und bei Hagel, Schiffbruch, Fieber, Quetschungen, Schulter und Armschmerzen angerufen
besonders verehrt in Belgien
Amalberga entstammte, so berichtet die Überlieferung, einem altfränkischen hochadeligen Geschlecht, erblickte auf einem Landgut in Flandern (Belgien) das Licht der Welt und wurde von ihrer Tante Landrada (Heilige), der Stifterin und Äbtissin des Benediktinerklosters Münster-Bilsen (bei Lüttich), erzogen. Nach deren Tod zog sich die junge Frau auf ihr nahe gelegenes Erbgut Tamise zurück. Wegen ihrer ausnehmenden Schönheit erhielt sie zahlreiche Heiratsanträge, die sie jedoch alle ablehnte, auch die Brautwerbung von Karl Martell, 715–41 Hausmeier und Begründer des Frankenreiches, nach anderen Überlieferungen die des späteren Kaisers Karl des Großen (Enkel Karl Martells; König ab 768, Kaiser 800–14; Heiliger). Verärgert über die Zurückweisung soll sie der Verehrer grob am Arm gepackt und ihr dabei die Schulter ausgerenkt haben. Daraufhin nahm sie – auf Anraten des Utrechter Erzbischofs Willibrord (658–739; Heiliger) – den Schleier, stiftete auf ihrem Besitz ein neues Kloster und verbrachte dort bis zu ihrem Tod im Jahre 772 ein heiligmäßiges Leben als Nonne mit zahlreichen Visionen. Als sie starb, glitt nach der Legende ihr Sarg in einem Boot ohne Ruder von Fischen begleitet dahin. Die Verehrung für Amalberga war schon bald weit verbreitet. Ihre Gebeine wurden später nach Wintershoven und um 870 in die Peterskirche (St.-Pieters-Kerk) von Gent überführt. Im 16. Jahrhundert wurden ihre Reliquien jedoch von den Calvinisten vernichtet.
Amalberga werden zahlreiche Wunder zugeschrieben: die Heilung des Kaisers, der wegen seiner Grobheit mit Krankheit geschlagen wurde. Auf ihre Fürbitte hin entstand eine Quelle, als sie Wasser in einem Sieb an einen trockenen Ort trug. Durch ihr Gebet beendete sie eine Wildgansplage in Belgien.
Darstellung: in fürstlicher Kleidung oder als Nonne in zahlreichen Szenen ihrer Visionen und Wunder
Attribute: Krone, Buch, Palmzweig, Fische, Boot, Reliquienkästchen, Kirchenmodell, Sieb, Wildgänse

Quelle: Herder-Verlag
