Thaddäus (Judas Thaddäus)

Namenstage: Thaddäus

Funktion: Heiliger, Apostel (einer der zwölf Jünger Jesu), Bruder des Apostels Jakobus des Jüngeren, Märtyrer, Kanonheiliger

Gedenktag: 28. Oktober

orthodoxe Ostkirchen 19. Juni

Patronat: Goslar; in verzweifelten Situationen, schweren Nöten und Anliegen

Judas Thaddäus war der Sohn eines Jakobus (Lukasevangelium 6, 16) und einer der Jünger Jesu. Er wird manchmal mit Judas, genannt Ischariot, der Jesus verraten hat, verwechselt. Judas Thaddäus wird im Neuen Testament sonst nur kurz erwähnt (Johannesevangelium 14, 22, Markusevangelium 3, 18, Matthäusevangelium 10, 3 und Apostelgeschichte 1, 13). Man weiß deshalb kaum etwas über ihn.
Er soll mit Simon Zelotes in Syrien (in Edessa, heute Urfa in der südöstlichen Türkei), Mesopotamien, Phönizien, Armenien und Persien gepredigt haben. Am Schwarzen Meer erlitt er dann mit diesem zusammen das Martyrium und wurde mit Keulen erschlagen. Ein heftiges Unwetter erschlug daraufhin Priester und Zauberer. Der König ließ die Leichen der beiden bestatten und eine große Kirche darüber bauen.
Die Vorstellung vom Apostel als Polemiker und machtvolle Gestalt leitet sich von dem letzten der neutestamentlichen Briefe, dem Judasbrief, her. Wegen seiner Namensgleichheit mit dem verräterischen Apostel ist er in Vergessenheit geraten; Beleg dafür ist die Tatsache, dass es kaum eine ihm geweihte Kirche gibt.
Thaddäus ist Kanonheiliger der katholischen Kirche, d. h. sein Name wird – wie auch die der anderen elf Apostel – im Messkanon, dem Hochgebet, genannt.

Darstellung: im Apostelgewand (Tunika und Mantel); oft zusammen mit Simon Zelotes oder den anderen Aposteln

Attribute: Buch oder Schriftrolle (Evangelium); Palmzweig, Keule, Hellebarde, Steine, Schwert oder Beil (Martyrium)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010